Selbitz bricht nach dem Ausgleich auseinander

Klatsche

Zwei vollkommen unterschiedliche Halbzeiten sahen die zahlreichen Zuschauer bei herrlichstem Fußballwetter in Selbitz. Dabei agierte die Heimelf bis zur 45. Minuten keinesfalls wie ein Abstiegskandidat, sondern war den Domstädter mindestens ebenbürtig und hätte, mit mehr Effektivetät vor dem Tor, sogar 2:0 führen können. Warum die Schödel-Elf beim ersten Rückschlag in Form des Ausgleichs plötzlich in sich zusammenfiel wie ein Kartenhaus, ist kaum nachvollzieh- und schon gar nicht erklärbar.

Die Platzherren begannen couragiert, womit der haushohe Favorit aus Bamberg anscheinend so nicht gerechnet hatte, denn viel war Anfangs nicht zu sehen vom Tabellenzweiten. Die erste große Möglichkeit für Selbitz leitete Pohl ein, der sich bis zur Grundlinie durcharbeitete, nach Innen legte, wo Czaban's Direktabnahme aus 5 Metern nur über das Quergebälk ging. Keine 5 Minuten später hatte diesmal Pohl selbst die Führung für seine Farben auf dem Fuß. Geschickt eingesetzt steuerte er alleine auf TW Dellermann zu, scheiterte aber sowohl im ersten als auch im zweiten Versuch am Bamberger Schlußmann. Die Selbitzer Anhänger unkten schon, "wenn sich das mal nicht rächen sollte". Die erste Torannäherung der Gäste erfolgte erst nach gut 20 Minuten. Ein Ulbricht-Kopfball nach einem Freistoß stellte aber Geburtstagskind Andi Schall zwischen den Pfosten vor keinerlei Probleme. Auf der anderen Seite war beim satten Schuß von Czaban der Winkel einfach zu spitz, so dass auch hier Dellermann nicht zu überwinden war. Nach gut einer halben Stunde wurde Bamberg dann etwas griffiger. Zunächst setzte sich Jessen energisch auf der rechten Angriffseite durch und passte in die Mitte zu Ulbricht, doch Schall konnte dessen Direktabnahme noch zur Ecke abwehren. Im Anschluß an diese kam plötzlich Schmittschmitt frei zu Abschluß, doch auch hier reagierte der Slbitzer Keeper reaktionsschnell.

Glück hatten die Hausherren nach 35 Minuten. Ein lager Ball über die Abwehrkette der Heimelf erreichte Torjäger Ulbricht, der das Spielgerät aber sowohl über den herausstürzenden Torwart, als auch am Gehäuse vorbeilupfte. In der 40.Min. war erneut Ulbricht gedankenschneller als die Selbitzer Verteidiger und setzte einen von Schall abgewehrten Ball ans Selbitzer Aussennetz. Dann war es, nach einer gefühlten Ewigkeit, endlich mal wieder soweit mit einem Torjubel für die Heimelf. Pohl setzte sich im Laufduell durch und jagte das Spielgerät aus eingentlich unmöglichem Winkel mit Brachialgewalt ins lange Eck. Erleichterung pur, nach so langer Torflaute bei den Selbitzer Spielern. Was aber dann geschah, wird wohl noch lange für Gesprächsstoff auf beiden Seiten sorgen. Selbitz war mit den Gedanken wohl schon beim Pausentee, da schlug Bamberg eiskalt zu. Zwar ging dem Ausgleich eine glasklare Abseitzsstellung vorraus, aber bei der Gästeführung keine 30 Sekunden später war die Defensive der Platzherren vollkommen desorierntiert.

Was dieser moralische Doppelschlag mit der verunsicherten Heimelf anstellte, konnte man nach der Pause erleben. Mit dem Vorsatz noch einmal alles reinzuwerfen aus der Kabine gekommen, führte ein weiterer haarsträubernden Abwehrfehler 2 Minuten nach Wiederanpfiff für den endgültigen moralischen K.O. In der Folgezeit gingen die Köpfe der Hausherren nach unten für Bamberg war es ein leichtes die vollkommen konfuse Selbitzer Elf nach allen Regeln der Kunst auseinanderzunehmen. Für die Gäste ware es fortan nur noch ein Trainingsspiel. Ohne sich voll zu Verausgaben liesen sie Ball und vor allem Gegner laufen. Vor allem Görtler traf nun wie er wollte, bekam die Chancen von den Hausherren aber auch quasi auf dem Silbertablett serviert. Der arme Schall zwischen den Pfosten war zu bedauern, liesen sich seine Vorderleute doch mitunter wie Slalomstangen vernaschen. Jeder Schuß ein Treffer, und dabei verhinderte der Selbitzer Keeper noch Schlimmeres. Die Domstädter schraubten das Ergebniss innerhalb von 28 Minuten auf 1 : 7 in die Höhe, ehe sie einen oder zwei Gänge herausnahmen und Selbitz noch durch Pohl zu zwei Möglichkeiten kam um zumindest eine Resultatsverbesserung zu erzwingen. Aber auch diese Versuche gingen gründlich in die Hose.

Selbitz hat ein eindeutiges Kopfproblem, denn das es auch anders gehen kann, dass die Mannschaft konkurrenzfähig ist, das hat sie in Halbzeit Eins gezeigt. Bamberg war, im Stile einer Spitzenmannschaft, sofort eiskalt zur Stelle als Selbitz mit sich selbst haderte und siegte zwar verdient, doch auch um einige Treffer zu hoch.

SpVgg SelbitzvsFC Eintracht Bamberg1 : 7( 1 : 2 )
SpVgg Selbitz

Andreas Schall, Florian Narr-Drechsel, Marcin Czaban, Christoph Kaschel (65' Markus Walther), André Sippl, Pascal Vuckov, Lorenz Röthlingshöfer, Albert Pohl, Felix Strootmann (53' Richard Vanek), Nicolai Schödel, David Wich (70' Nicky Eichelkraut)

Ersatz: Marcel Gebhardt, Salim Cisse, Niclas Hackenberg
FC Eintracht Bamberg

Fabian Dellermann, Felix Popp (14' Simon Kollmer), Marco Schmitt (67' Philipp Pfeiffer), Patrick Görtler, Tobias Linz, Tobias Ulbricht, Maximilian Vetter, Marc Reischmann (57' Sandro Duemig), Robin Renner, Lukas Schmittschmitt, Gabriel Jessen

Ersatz: Thomas Görtler, Maximilian Großmann, Fabian Hofmann, Lucas Horn, Erich Weber
Schiedsrichter
Matthias Kraus – Manuel Röhrer – Sergej Aleschko
Zuschauer
250
Tore
1:0 Albert Pohl, 1:1 Gabriel Jessen, 1:2 Patrick Görtler, 1:3 Patrick Görtler, 1:4 Patrick Görtler, 1:5 Patrick Görtler, 1:6 Patrick Görtler, 1:7 Lukas Schmittschmitt
Gelbe Karten

Christoph Kaschel (43')

Marco Schmitt (37')

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