Mit dem buchstäblich letzten Aufgebot empfängt die SpVgg Selbitz am Samstag Nachmittag, Anstoß 14 Uhr, den Meisterschaftsanwärter FSV Erlangen-Bruck in der REWE Arena.

Gerade einmal zehn gesunde Spieler aus dem Landesliga-Kader bringt der Selbitzer Coach Henrik Schödel noch zusammen. "Wir wollen nicht jammern und werden elf Mann auf den Platz bekommen", will der Übungsleiter aus der Not eine Tugend machen. Mit Hannes Häßler, Lucas Herrmann oder Fabio Ouvina wird wohl einer von drei A-Jugendlichen in der Startformation stehen. "Ich warte mal das Abschlusstraining ab, aber grundsätzlich sehe ich kein Problem die Jungs ins kalte Wasser zu werfen", bekräftigt Schödel, der mit Thierauf (Mittelfußbruch), Frank (Kreuzband), Findeiß (Muskelfaserriss) und Schott (Knöchel) vier Verletzte zu beklagen hat. Mit Damrot (beruflich verhindert), US-Boy Rolph (Hochzeit des Bruders) und den studienbedingt in München weilenden Felix Strootmann fallen den Frankenwäldern insgesamt sieben Spieler aus. Nur gut, dass der Druck eindeutig bei den Gästen liegt. Zwei Spieltage vor Saisonende teilen sich die Siemensstädter punktgleich mit dem TSV Kornburg die Tabellenspitze. Ein Ausrutscher in Selbitz würde die Titelchance, des mit einigen ehemaligen Regionalliga-Kickern gespickten Erlanger Stadtteilklubs, deutlich schmälern und hätte wohl die kräftezehrende und unliebsame Relegation zur Folge. Um nichts unversucht zu lassen, macht der ehemalige Bayern- und Regionalligist auf seiner Vereins-Homepage mobil: "Mit Pauken und Trompeten nach Selbitz", lautet da das Motto für den Ausflug in den Frankenwald, zu dem extra ein Doppeldeckerbus gechartert wurde. In Selbitz nimmt man die anstehende Herkules-Aufgabe aber spürbar locker. "Wir haben nichts zu verlieren und freuen uns auf ein gutes Spiel gegen einen starken Gegner", betont Schödel, der zudem noch ein Ass im Ärmel hat: Im Abschlusstraining zeigte sich Ersatzkeeper Andreas Schall als Mittelstürmer erstaunlich treffsicher. "Vielleicht stell ich ihn als Joker vorne rein", lässt Schödels breites Grinsen jede Menge Raum für Spekulationen zu.

Aufgebot: Möschwitzer, Yilmaz - Spindler, Mallik, Schuberth, Winter, Edelmann, Lang, Bernegg, Hager, Hübler, Schall, Herrmann, Häßler, Ouvina;