2 : 2 trennte sich die Schödel Elf im thüringischen Bad Lobenstein vom gastgebenen VfR, nachdem man selbst früh mir 2 : 0 in Führung lag und den Gegner über weite Strecken der Partie eigentlich deutlich dominierte.

Durch eine Selbitzer Tiefschlafphase zwischen der 69. und 71. Min. kam die Heimelf zu einem wohl selbst nicht mehr für möglich gehaltenem Remis. Insgesamt traf die Schödel-Truppe auf Kunstrasen noch 3 Mal das Aluminium, einmal wurde der Ball noch von der thüringischen Torlinie geschlagen, und kurz vor Spielende verweigerte der ansonsten souveräne Unparteiische den Gästen einen 100%igen Elfmeter nach einem Foul an Kaan Gezer im Strafraum.

2018 01 27 Lobenstein SVS 03

VfR Bad Lobenstein gg. SpVgg Selbitz = 2 : 2 (0 : 2)

VfR: Steinbach, Dittmar, Wirth (C), Roeppischer, Baer, Richter, Ernst, Remmert, Beetz (52./A.Hajenko), J.Hajcenko (46./Findeiß), Mai

SVS: Yilmaz, Schuberth (46./Herrmann), Thierauf (46./Wich), Damrot (C), Schmidt (46./Caliskan), Gezer, Edelmann, Pohl, Lang,  N.Schödel (46./Spindler), Findeiß (46./Strootmann)

Tore: 20.Min. Schuberth 1 : 0, 23.Min. Gezer 2 : 0, 69.Min. Findeiß 2 : 1, 71.Min. Ernst 2 : 2
GK: Roeppischer / Wich
SR: Renè Richter (Bad Lobenstein)

Die Selbitzer Jungs übernahmen von Beginn an sofort das Kommando und wollten den wackeren Gastgebern gleich den Zahn ziehen. Mit schnellen Kombinationen versuchte man vor das gegnerische Gehäuse zu komme. Erstmalig in der 8. Min. setzt Gezer mit einem raffinierten Schlenzer ein Ausrufezeichen, allerdings ging das Spielgerät knapp am gegnerischen Pfosten vorbei. Nach einer Viertelstunde versuchte es Damrot, der für den verletzten Stammkeeper Andi Schall die Kapitänsbinde trug aus der Distanz, doch TW Steinbach konnte zur Ecke klären. Überhaupt avancierte der Lobensteiner Schlußmann im Spielverlauf zum Hauptakteur auf dem Feld, an dem sich die Selbitzer später noch die Zähne ausbeißen sollten. Die Führung für die Franken resultiere aus einem weit von Max Lang weit aus der eigenen Hälfte geschlagenen Ball. Die Lobensteiner Hintermannschaft war sich nicht einige, was Yannick Schuberth gedankenschnell ausnutzte, den Ball erlief, noch den Keeper umkurfte und mühelos vollendete. Kurz darauf scheiterte Gezer am aufmerksamen Steinbach zwischen den Pfosten, Aber keine 60 Sekunden später gelang es dem quirrligen Selbitzer Angreifer doch, von Damrot schön bedient, vom Strafraum aus platziert zum 2 : 0 aus Selbitzer Sicht einzunetzen. Bis dahin war von der Heimelf kaum etwas zu sehen, zaghafte Angriffsbemühungen blieben spätestens nach der Mittellinie in der aufmerksam agierenden SV-Hintermannschaft hängen. TW-Trainer Yasin Yilmaz, kurzfristig für die 3 nicht einsatzfähigen Selbitzer Keeper eingesprungen, verlebte bis dahin einen geruhsamen Nachmittag. Nach einer halben Stunde was es Flo Thierauf, der exakt 9 Monate nach seinem Mittelfußbruch das erste mal wieder zum Einsatz kam und dabei ein vielversprechendes Comeback ablieferte, der aus 20 Metern trocken abzog und das Leder um haaresbreite neben das Gestänge setzte. Mit ihrer ersten Strafraumszene in der 36.Min. gelang den Hausherren dann aber auch schon beinahe der Anschlußtreffer. Nach einem leichten Ballverlust noch in der Selbitzer Hälfte, tankte sich VfR-Torjäger Mai auf der linke Seite bis zur Torauslinie durch, spielte präzise an den 5-Meterraum zurück, von wo aus Richter den Ball per Direktabnahme am Selbitzer Tordreieck vorbeijagte.

2018 01 27 Lobenstein SVS 02

Trainer Henrik Schödel wechselte zur Pause alle 5 zur Verfügung stehenden Ersatzspieler ein, und zunächst ging das montere Spiel Richtung Lobensteiner Tor weiter. Der eingewechselte Spindler setzte nach 50 Minuten mit einem satten Schuß aus gut 30 Metern das Spielgerät an die Oberkante der Latte. Keine 5 Minuten später war es auch dem ebenfalls neu ins Spiel gekommenen Wich mit einem Freistoß vorbehalten ebenfalls den Aluminiumgehalt des Lobernsteiner Gehäuses zu testen. Die Hausherren griffen nun die Gäste frühzeitig am eigenen Strafraum an, was dem Selbitzer Spiel zusehends immer schlechter bekam. Die Ballverluste häuften sich und anstatt Gegner und Ball laufen zu lassen, versuchten es die Gäste fortan mit zu viel Kleinklein und Einzelaktionen. Dennoch hatte die SV die nächste große Möglichkeit das Ergebnis in die Hähe zu schrauben. Nach einer Stunde schickte Gezer den schnellen Pohl auf die Reise. Dieser setzte den Ball am herauseilenden Steinbach, aber eben auch am rechten Torpfosten vorbei. Das Auslassen der zahlreichen Tormöglichkeiten sollte sich - wie schon so oft in der Vorrunde der Landesliga - für die Selbitzer rächen. Nach einem eigentlich harmlosen Freitoß aus dem Halbfeld für die Badstädter herrschte plötzlich Verwirrung im SV-Strafraum. Irgendwie fiel der Ball dem eingewechselten Findeiß vor die Füße, der TW Yilmaz aus kurzer Distanz keine Abwehrmöglichkeit lies. Die Gäste hatten sich noch nicht von dem Gegentreffer erholt, da klingelte es erneut in ihrem Kasten. Wieder war es ein weit getretener Ball, der den klassenhöheren Landesligisten vor Probleme stellte. Ernst erkannte die Unentschlossenheit der gegnerischen Defensivabteilung, spritzte dazwischen und schlenzte das Spielgerät überlegt am verduzten Yilmaz vorbei zum schmeichelhaften Ausgleich in die Maschen. Selbitz versuchte es nun mit der Brechstange, verzettelte sich aber im letzen Drittel immer wieder in der vielbeinigen Abwehr der Hausherren. Flüssiges Kombinationsspiel wie vor der Pause war nun plötzlich Mangelwahre. Dennoch hatte man noch reichlich Gelegnheit die Partie zu seinen Gunsten zu entscheiden. Ein Pohl-Kopfball in der 73.Min. strich am Torpfosten vorbei. Die größte Tat des Spieles sahen die gut 50 Zuschauer dann nach 77.Min. Damrot's Hammer aus 25 Metern lenkte der gute TW Steinbach mit einer spektakulären Parade noch an den Pfosten. Selbitz wollte nun noch den Siegtreffer. Zunächst klärte erneut Steinbach eine Direktabnahme von Gezer nach Flankenlauf von Herrmann über die Querlatte. Keine 60 Sekunden später war aber auch der starke Lobensteiner Schlußmann geschlagen, aber der Aufsetzer von Spindler, im Anschluß an einen Eckstoß, wurde von einem Verteidiger noch von der Linie geklärt. Kurz vor Ende der Partie hätte es noch einen Strafstoß für die Gäste geben müssen. Gezer war von links in den Strafraum eingedrungen und wurde von seinem Gegenspieler, für alle im Stadion sichtbar, an der Schulter zu Boden gerissen. Hier drückte der Unparteiische allerdings wohlwollend beide Augen zu Gunsten der Gastgeber zu, was übrigens  im Anschluß an die Parie auch der "Übeltäter" eingestehen musste.

2018 01 27 Lobenstein SVS 01

Die Heimelf verdiente sich aufgrund ihres großen Einsatzwillens in dieser überaus fairen Partie den Teilerfolg. Selbitz zeigte wieder einmal die bekannten Leistungs- und Konzentrationsschwankungen in seinem Spiel und vergaß mehrfach den Sack zuzumachen.

Bericht: N.D. / Bilder: B.Herrmann   (weitere Bilder unter VfR Bad Lobenstein gg. SpVgg Selbitz)